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23. November 2021

Online-Gespräch mit der Zeitzeugin Eva Weyl - am 7.12. um 19 Uhr

Eva Weyl wurde 1935 im holländischen Arnheim geboren und kommt aus einer jüdischen Familie. Ihr Großvater führte seinerzeit das im Zentrum der nordrhein-westfälischen Stadt Kleve gelegene Kaufhaus Weyl. Der Vater war ebenfalls in der Kaufhausbranche tätig und hatte diesbezüglich in Aachen, Berlin und Köln Erfahrungen gesammelt, unter anderem bei Tietz. Ende 1934 zogen die Eltern aus dem nationalsozialistischen Deutschland nach Arnheim, wo sie noch einige Jahre ein Damentextilgeschäft führen konnten. Die beiden bereits verwitweten Großväter zogen nach der Reichspogromnacht 1938 ebenfalls zu Eva Weyls Familie ins Nachbarland.

Nach der Besetzung durch die deutsche Wehrmacht im Mai 1940 wurde in Westerbork ein bereits existierendes Flüchtlingslager in ein KZ-Durchgangslager für Jüdinnen und Juden umfunktioniert. In dieses Lager wurde Eva mit ihren Eltern Ende Januar 1942 deportiert. Elf Monate später wurden auch die beiden Großväter dorthin deportiert. Im folgenden Jahr kamen sie nach Theresienstadt und konnten dort überleben. Mehr als neunzig Eisenbahntransporte mit Jüdinnen und Juden sowie Sinti und Roma gingen von Westerbork aus nach Theresienstadt und Bergen-Belsen sowie in die Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und Sobibor. Von den 107.000 Frauen, Männern und Kindern, die von Westerbork aus deportiert wurden, überlebten nur etwa fünftausend. Eva Weyl und ihre Eltern entgingen mit viel Glück der Vernichtung. Detailliert beschreibt die Zeitzeugin die perfide Scheinwelt des Lagers. Mit Lügen und Beschwichtigungsmethoden versuchte die Lagerleitung, die zu Tode Geweihten in Sicherheit zu wiegen, um Widerstand zu verhindern.

Eva Weyl kommt aus einer deutschen Familie. Dennoch galt sie bis zum Jahr 1950 als staatenlos. Die Niederländerin spricht niederländisch und deutsch. Die Familie der Mutter stammt aus Freiburg im Breisgau, die des Vaters aus Kleve. Eva Weyl tritt unter anderem mit der Enkeltochter des ehemaligen KZ-Lagerkommandanten von Westerbork auf. Wie viele andere Holocaust-Überlebende glaubt auch sie, dass die junge Generation keine Schuld an den Verbrechen ihrer Vorfahren hat, jedoch in der Verantwortung steht, die Vergangenheit zu kennen, um so an einer besseren Zukunft zu arbeiten.

Eva Weyl ist heute 85 Jahre alt. Sie kooperiert mit dem Verein Zweitzeugen e.V. und beteiligt sich seit April 2021 auch am Zeitzeugenprogramm des ISFBB e.V. (Nürnberger Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung):

https://www.die-letzten-zeugen.de/Eva-Weyl_index60.htm

Eine Veranstaltung des Jugendforum Nordstadt, der Auslandsgesellschaft.de und BDAJ NRW e.V.

Anmeldung: jugendforum@planerladen.de

Zoom-Link wird am Veranstaltungstag per Mail zugeschickt