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14. September 2026

Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt wird immer offener kommuniziert

Fälle häufen sich, in denen Diskriminierung bei der Wohnungssuche nicht mehr so subtil verläuft wie noch vor ein paar Jahren. Eigentümer*innen nehmen häufiger kein Blatt vor den Mund, wenn sie Interessent*innen ablehnen: sei es mit diskriminierenden Ausschlusskriterien in der Wohnungsannonce oder rassistischen Äußerungen im direkten Gespräch.

Zitat aus einer rassistischen Wohnungsanzeige

So kürzlich geschehen in Neuss, als eine Kleinfamilie ein Haus kaufen wollte und von der Besitzerin eindeutig mit rassistischen Beweggründen ("Keine Ausländer gewünscht.") abgelehnt wurde. Diesen Fall hat der WDR aufgegriffen und die Beratungsstelle des Planerladen als Fachstelle in NRW zu Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt um ihre Expertise dazu gebeten.

"Von so offener Diskriminierung berichten die Ratsuchenden eher selten", erläutert Regina Hermanns. "In den meisten Fällen passiert die Ungleichbehandlung subtiler, es sind eher Dritte wie z.B. unterstützende Ehrenamtliche oder Berater*innen, denen die wahren Ablehnungsgründe genannt werden." So kommt in der Beratung auch nur die Spitze des Eisbergs an, die Dunkelziffer ist viel höher. 

Der Beitrag mit Regina Hermanns von der ada-Stelle wurde in der WDR-Lokalzeit ausgestrahlt und ist auf der -> WDR-Seite abrufbar. Auf WDR5 ist außerdem ein -> Hörbeitrag erschienen.

 

Offener Rassismus in einer Wohnungsannonce

Eine Wohnungsanzeige wurde uns gemeldet, weil der Eigentümer bestimmte Personengruppen ganz offen von der Bewerbung ausschließen wollte - seien es Großfamilien bestimmter Herkunft oder Meschen, die Sozialleistungen beziehen. 

Besonders erschreckend ist, dass rassistische und abwertende Vorurteile den sozialen Status betreffend inzwischen immer häufiger offen formuliert werden. Für die Betroffenen bedeutet das nicht nur schlechtere Chancen auf Wohnraum, sondern auch die direkte Botschaft: „Ihr seid hier nicht erwünscht.“

In diesem Fall wurde die Anzeige zwar von der Onlineplattform nach einer Meldung umgehend gelöscht, doch das Problem verschwindet damit nicht. Diskriminierende Auswahlentscheidungen können weiterhin im Verborgenen getroffen werden. Deshalb braucht es stärkere rechtliche Möglichkeiten, um gegen Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt vorzugehen. 

 

Die Planerladen gGmbH berät im Rahmen der vom MKJFGFI geförderten Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit Menschen, die auf dem Wohnungsmarkt rassistisch diskriminiert wurden.